GESCHICHTE
Der englische Pferdeauktionär Richard Tattersall gründet in London eine Reit-
schule mit Pferdvermietung, seitdem hießen solche Einrichtungen "Tattersalls".

Die Reitschule, Beermanns "Tattersall des Westens" entsteht zwischen Grolmanstraße und Uhlandstraße. Durch eine Rampe gelangten die Reiter auch in die zweite Reithalle im Obergeschoss. In den S-Bahnbögen waren die Stallungen und eine Sattlerei (Ecke Uhlandstraße) untergebracht. In der Grol-manstraße 47 wird ein Backsteingebäude für ein Casino und Gesellschafts-räume erbaut. Die Räume befanden sich über dem heutigen Tresenraum der damals als Küche diente - der Speisenaufzug ist noch heute zu sehen.
Hier pausierte Kaiser Wilhelm II. mit seinen Kürassieren oder die Damen der Gesellschaft genehmigten sich nach dem Ausritt zur Erfrischung ein Gläschen Champagner...

Der Reitbetrieb wird eingestellt, weil die Pferde an der „Front” gebraucht werden...

Im April brennt die Reithalle nach einem Bombenangriff ab, das Gebäude in der Grolmanstraße 47 mit dem „Restaurant zum Tattersall” bleibt verschont.

Die Pferde, die noch in den S-Bahnbögen waren, wurden von russischen Sol-daten weggeführt oder gleich an Ort und Stelle geschlachtet. Zwei Pferdebe-sitzer, die sich nicht von ihren Tieren trennen wollten sollen dabei erschossen worden sein.

„Durchbruch” in die Grolmanstraße 46 zum ehemaligen „Cafe Grolman”. Das Äußere hat sich bis heute unverändert erhalten.

Franz Diener (der ehemalige „Deutsche Meister im Schwergewicht”) über-
nimmt das Lokal, und gibt ihm einen neuen Namen: „Franz Diener”. Sehr bald entwickelt sich der „DIENER” zu einer „Künstlerkneipe”. Der Grund dafür ist zum einen die Affinität vieler darstellender Künstler aus dieser Zeit zum Boxen, zum anderen das freundliche und herzliche Wesen Dieners und vor allem auch die berühmte und hausgemachte Leberwurst des gelernten Fleischers. Sowohl seine früheren Box-Gegner wie z.B. Breitenstetter, Samson Körner oder Paolino (genannt der „baskische Stier”) verkehrten im „DIENER” als auch damalige Berühmtheiten wie Ernst Deutsch, Georg Grosz oder die Berliner Stachelschweine. Joe Herbst von den „Stachel-
schweinen” gründete schließlich den „Stammtisch” zu dem bald darauf Leute wie Bob Biberti von den „Comoedian Harmonists”, Hans Albers u.v.a.m. zählten.

Franz Diener stirbt im Alter von 65 Jahren.
Ein halbes Jahr nach seinem Tod übernehmen Lilo Wirthwein und Rolf Honold den „DIENER”. Die beiden haben die Tradition der „Künstler-kneipe” bis heute erhalten und vor allem auch die bereits 1954 entstandene „Bildergalerie” ständig erweitert. So zieren heute ca. 500 Künstlerportraits die patinabelegten Wände des Lokals.

Welche Schauspieler, Feuerschlucker, Seiltänzer und Zauberkünstler heut-zutage im „DIENER” verkehren und immer noch gern eine Leberwurst verzehren unterliegt dem „lokalen” Datenschutz...

führt Barbara Kraehkamp diese Berliner Institution.
1766


1893










1942


1944


1945




1947


1954













1969










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